Cape Deaf


Cape Deaf ist die Abkürzung für die Cape Coast School for the Deaf and the Blind – die Schule in der ich ein Jahr mit gehörlosen Kindern arbeiten werde. 
Die Schule besteht aus einem Kindergarten als Vorschule, der Primary School (Grundschule) und der Junior High School (weiterführende Schule). Im Anschluss daran können die Schulabgänger eine berufliche Ausbildung in diversen handwerklichen Berufen absolvieren.
Gemeinsam mit der der kleinen Unit for the Blind lernen an der Schule ungefähr 400 Kinder und Jugendliche, von denen die meisten während der Schulzeit im angegliederten Internat leben.
Cape Deaf befindet sich auf einem weitläufigen Gelände mit den Wohnheimen, einer Versammlungshalle, einem Wohngebäude für Lehrer, einer Bibliothek und einigen Ställen etwas außerhalb von Cape Coast auf der Straße Richtung Hauptstadt.




Das Klassenzimmer meiner 4. Klasse



Ein Teil der Unterrichtsräume mit mir und meiner Projektpartnerin Gesine

 
Offiziell hat die Schule in Ghana am 13. September begonnen – aber es fehlen immer noch circa die Hälfte aller Schüler. In meiner Klasse, der B.S. 4, sind momentan 12 von 28 Schülern und Schülerinnen im Unterricht anwesend. Die Nachzügler werden erst im Laufe der nächsten Wochen erwartet.
Dennoch beginnen die Lehrer so langsam mit dem Schulstoff – und langsam trifft es wirklich. Hier braucht man für alles etwas mehr Zeit und nimmt vieles nicht so ganz genau. Lehrer telefonieren während des Unterrichts, sie unterhalten sich mit Kollegen oder gehen einfach mal für eine unabsehbare Zeit aus dem Klassenzimmer… Damit habe auch ich schon eine ganz lehrreiche Erfahrung gemacht. Die Klassenlehrerin „meiner“ 4. Fragte mich am Montag, ob ich am Dienstag nicht eine Stunde Mathematikunterricht halten möchte – ich bejahte, auch wenn ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht vorstellen konnte, wie ich mit meinen wenigen Gebärdenkenntnissen mit den Kindern Kommunizieren sollte. Tja, meine Mathestunde verlief erstaunlich gut. Die Kinder waren sehr geduldig mit mir und ich mit ihnen. So arbeiteten wir 90 Minuten, mehr oder weniger schweigend an -, +, ∙ und :. Doch leider kam und kam Regina, die Lehrerin, einfach nicht von ihrem Meeting zurück und so musste ich spontan versuchen die aufgeweckten Schüler einen ganzen Tag zu beschäftigen – klingt einfach, doch wenn man sich nicht verständigen kann ist es das nicht. Ich kann noch keine Sign Language und meine Schüler kaum Englisch… Tja, und so verbrachten wir den Tag mit Malen, Spielen, Pausen und Warten... 

Ich bin gespannt wie es weitergeht, und ab wann ich die Gebärdensprache einigermaßen fließend beherrsche!