- Sie füllen Tische oder ganz Räume.
- Sie bieten Staub und Dreck eine größere Oberfläche.
- Sie ermöglichen kleinen Tierchen ein luxuriöses Zuhause.
- …
Doch zum Lesen, nein, dafür werden diese bunten Dinger mit den vollgeschriebenen Seiten hier eher nicht verwendet.
Läuft man durch die Straßen und Shops sieht man vieles, Bücher jedoch selten und sollte dies doch der Fall sein, dann nur Schulhefte und –bücher. Von der Freizeitbeschäftigung des Lesens haben hier scheinbar noch sehr wenige gehört.
Auch versuchen die existierenden Schulbibliotheken nicht die Freude an Büchern und Zeitungen zu vermitteln. Das merkten Gesine und ich in der Bücherei in Cape Deaf sehr eindrücklich. Nachdem wir zwei Tage lang vergeblich nach dem Schlüssel zu dem kleinen Häuschen mit den vielen Büchern suchten, wurden wir fündig und machten uns daran, dass wohl schon seit langem nicht mehr geöffnete Schloss mit etwas Gewalt zu öffnen. Es gelang uns und wir traten ein. Bücher, Chaos, Tierchen und Staub begrüßten uns, die ersten Besucher seit langem, freundlich.
Erschreckend! Ein riesiger verdreckter und verstaubter Raum mit hunderten an unsortierten und teilweise heruntergekommenen Büchern lag vor uns. Das ganze Schauspiel erweckte den Eindruck, dass niemand von der Existenz dieses Gebäudes weiß – oder zumindest niemand davon Notiz nimmt. Es ist traurig anzusehen, wie die Bücherspenden der letzen Jahre behandelt wurden. Bücher liegen auf Tischen, übersäht von Schmutz oder sind, zum Teil sogar sortiert, in Regale geräumt. Nur erfreut sich kein Kind an den tollen Geschichten. Dabei würde es den Schülern keineswegs Schaden sich mit der englischen Sprache etwas mehr auseinanderzusetzen und auch für die oft monotone Freizeitbeschäftigung wäre Lesen eine sinnvolle Alternative. Und es ist ja nicht so, dass nur veraltete und unbrauchbare Bücher vorhanden sind. Ganz im Gegenteil. In den Regalen stehen z.B. der Regenbogenfisch, Harry Potter, Büche der Gebrüder Grimm, Atlanten, …
Der Anblick des Raumes schockte Gesine und mich so sehr, dass wir beschlossen haben uns seiner anzunehmen. Deshalb arbeiten wir, wenn wir gerade nicht unterrichten oder in den Klassen anwesend sein müssen, in unserer Bibliothek. Wir ordnen die Bücher nach Themen, sortieren kaputte und veraltete Bücher aus, versuchen dem Raum eine Struktur und eine angemessene Atmosphäre zu geben. Auch wollen wir für die Kleinsten eine Spiel- und Lernecke einrichten. Wenn wir mit dem Instand bringen des Raumes fertig sind wollen wir Büchereistunden anbieten, in denen man sich entweder zum Lesen oder Durchblättern der Bücher in die Bibliothek setzen oder auch Lektüren ausleihen kann. Wir hoffen mit einem gemütlichen, ordentlichen und strukturierten Zimmer die Kinder an das Lesen heranführen zu können…
Ersten Eindrücke:
| Bücherberg - ratlos |
Ersten Erfolge:
| Gesine und ich mit Freude bei der Arbeit - Regalverschieben |
Doch bis zur Eröffnung liegt noch ein langer und anstrengender Weg vor uns...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen