Montag, 10. Oktober 2011

„TO MY GERMAN FRIEND SIS. ABA – FROM JOSHUA – HAVE A NICE DAY AT ELMINA CASTE…”


Nachdem wir einen äußerst luxuriösen Samstag hinter uns gebracht (Pfannkuchen, Obst, Sekt, Kekse und Film) haben, beschlossen wir den Sonntag in Elmina zu verbringen.


Informationen zu Elmina:

Von Cape Coast aus sind es nur 13 km entlang einem schönes Künstenabschnitt nach Elmina. In diesem kleinen quirligen Städtchen, der ältesten Siedlung Ghanas, leben rund 25.000 Menschen. Elmina ist geschichtlich als der erste von Europäern besetzte Ort in Ghana interessant. 1471 begann der Gold- und Elfenbeinhandel zwischen den Einheimischen und den Portugiesen, die dieses augenscheinlich so reiche Land für sich sichern wollten und es zu ihrem Einflussbereich erklärten. 1481 kam eine große Expedition von zehn Schiffen, beladen mit Baumaterialien für einen großen Stützpunkt, nach Edina. Nach einem Jahr Bauzeit war die Festung São Jorge da Mina zur Verteidigung der portugiesischen Interessen fertig. 600 Männer, darunter 200 Maurer und Zimmerer aus Portugal, waren daran beteiligt – unterstützt durch die Frontarbeit von Hunderten von Einheimischen. Eine zweite Festung folgte, um den Handel militärisch abzusichern. 1637 eroberte Holland den Stützpunk, und für die nächsten 274 Jahre war Elmina der Hafen für den Gold- und Sklavenhandel, den die Holländer mit den Ashanti trieben.
Heute stehen die beiden Festungen unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes und sind eine beliebte Besucherstätte für Touristen.


Jessica, Hannah und ich machten uns gegen Mittag auf den Weg zur „naheliegenden“ Tro-Tro-Station. Leider waren diese unbequemen, schellen und billigen Kleinbusse alle bis zum platzen gefüllt und wir mussten uns ein etwas teureres Taxi gönnen (0,80 GHC p.P. – ca. 0,40€). Die kurze abkühlende Fahrt entlang der Küste genossen wir. Am Market angekommen bahnten wir uns, mit je einer Orange To Go, den Weg zwischen Verkaufsständen, Taxen und Menschenmengen zum Strand.
Ein unbeschreibbares Bild bot sich uns: hohe Palmen, weißer und endloser Strand, blaues und welliges Meer, zahlreiche beflaggte Fischerbote, kleine Hüttchen, spielende Kinder, arbeitende Erwachsene und im Hintergrund das Castle. Wir ließen uns von dem dortigen Leben treiben und bahnten uns einen Weg in Richtung Festung. Für eine ausführliche Besichtigung hatten wir leider keine Zeit, deshalb genossen wir den äußeren Anblick und gingen schlenderten durch weitere Straßen.

Strand, Meer, Palmen, Fischerbote und das Castle

Der Reifen - beliebtes Spielzeug






Wie so oft wird man von kleinen Kindern freundlich empfangen und angefasst. Doch nicht nur kleine Kindern tun dies, sondern auch junge Männer wollen Freudschaften schließen oder auch gerne einmal gleich heiraten – und dabei spielen bereits existierende Freunde keine Rolle. Bei einer solchen Männerbekanntschaft bekamen Efua (Jessica), Ama (Hannah und ich – Aba je eine große von Hand beschriebene Muschel geschenkt:
TO MY GERMAN FRIEND SIS. ABA FROM JOSHUA. HAVE A NICE DAY AT ELMINA-CASTLE… 8/10/2011” war darauf gepinselt (Datum ist leider falsch!). Ebenso natürlich die Emailadresse, denn es könnte ja sein, ich würde es mir mit der Eheschließung nochmals überlegen. Um diesen netten Herren nicht nochmals begegnen zu müssen wählten wir für den Rückweg eine andere Route und bestiegen schon etwas früher ein Taxi :D
Den Heimweg traten wir in einem Tro-Tro an, denn glücklicherweise hielt genau im richtigen Moment eines neben uns. Mit ungefähr 12 Ghanaern teilten wir uns einen gerade noch verkehrstüchtigen Kleinbus. Da der Fahrer unsere „HALT-Rufe“ nicht hörte, stiegen wir etwas zu spät aus dem Gefährt aus und schlenderten gut gelaunt den Weg am Strand entlang zurück.


Hannah und ich auf dem Heimweg

Herzliche Grüße an alle :)




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